Bergmannstraße


Kreuzberg erlebte Anfang der 2000er Jahre einen unerwarteten Boom, der bis heute anhält. Das wohl bekannteste Viertel Deutschlands hat sein Schmuddel-Image abgelegt und befindet sich nun in jedem Reiseführer Berlins. Kaum zu glauben, aber noch in den 80er Jahren waren Außentoiletten und Kohleofen in den Wohnhäusern nicht unüblich. Heute kann man sich 3-Zimmerwohnungen für eine halbe Millionen Euro und mehr kaufen.

Lange bevor der Wrangelkiez, Kotti und Görli interessant wurden, galt der Bergmannkiez als schönster Fleck im Bezirk. Die Häuser wurden im Zweiten Weltkrieg größtenteils verschont und so entstand ein spannendes Viertel mit der Architektur der Berliner Gründerzeit, das zum beschaulichsten Ort Kreuzbergs zählt. Unsere Tour führt durchs gesamte Viertel und macht Halt an den Wahrzeichen im Kiez – viel Spaß!

 



Start:
Die Friedhöfe am Mehringdamm

Die Tour startet auf einer der beeindruckendsten Friedhofsanlagen der Stadt. Insgesamt 6 Friedhöfe befinden sich auf dem knapp 7 Hektar großen Gelände, das mit seiner wunderschönen, teils verwunschenen Atmosphäre, eine Menge Entspannung bietet. Wer sich für Geschichte interessiert wird eine Vielzahl an bekannten Persönlichkeiten auf den Grabsteinen entdecken, die hier ihre letzte Ruhe fanden. Bei einem Spaziergang über den mehr als 300 Jahre alten Friedhof gibt es neben Prominenten vor allem Natur und scheinbar vergessene Plätze zu erforschen. Die Zeit hinterließ deutliche Spuren an den Gräbern und Gemäuern, die in wild-wachsener Natur und jeder Menge Eichhörnchen in Stille ruhen.

Curry 36 oder Mustafa´s Gemüse Kebap?

Jetzt muss erstmal eine Stärkung her! Gleich zwei absolute Kultläden stehen sich keine 30 Meter entfernt voneinander gegenüber und liefern sich den Kampf um die längste Schlange Berlins. Man muss ehrlich sein, meist gewinnt der unscheinbare Imbiss von Mustafa`s Gemüse Kebap. Eine Wartezeit von einer halben Stunde ist hier ganz normaler Alltag. Für den Gemüse-Döner nach Geheimrezept mit saftigem Fleisch und gebratenem Gemüse kommen Menschen aus aller Welt zum Mehringdamm, um endlich mitreden zu können, wenn es um den „besten Döner der Welt“ geht. Nicht einmal 30 Meter entfernt steht eine echte Berliner Institution: Die Currywurstbude Curry 36 steht mittlerweile in den Reiseführern und selbst US-Megastar Tom Hanks wünschte sich in einem Interview „ein Apartment neben dem Imbiss“. Was es hier gibt, ist klar. Wie gut es ist, ahnt ihr noch nicht! Überzeugen lassen! Unser Tipp: 2x Currywurst mit Darm, Pommes + Mayo und eine Cola in der Glasflasche.

Bummeln durch den Bergmannkiez

Gestärkt und gut gelaunt geht es weiter Richtung Kreuzbergs beschaulichstem Viertel. Der Bergmannkiez ist nicht nur heißbegehrter Wohnort, sondern vor allem eine beliebte Shopping- und Amüsiermeile. Viele kleine Geschäfte mit Spezialitäten aus aller Welt und eine erstaunlich ruhige Atmosphäre sorgen für den guten Ruf – vor allem bei Familien. Nach dem herzhaften Stopp am Mehringdamm brauchen wir nun erstmal einen Kaffee! Den gibt’s hier vielerorts, wir bevorzugen die kleine Kaffeerösterei „Barcomis„. Neben jeder Menge anderer Leckereien zwingt uns der hausgeröstete Kaffee jedes mal zu einem Pflichtbesuch, den wir noch nie bereut haben.

In unserem ausführlichen Artikel über den Bergmannkiez bekommt ihr viele weitere Informationen.

Bergmannstraße
Das Altbauviertel aus dem Fernsehen

Wir bleiben noch etwas im Bergmannkiez und besuchen den Chamissoplatz. Dabei laufen wir die Arndtstraße und Willibald-Alexis-Straße entlang und fühlen uns wie in einer Filmkulisse. Das schöne Altbauviertel entstand Mitte des 19. Jahrhunderts und ist mit den typischen Wohnhäusern aus der Gründerzeit erbaut worden. Die Gegend ist geprägt durch Kopfsteinpflaster, historischen Gaslaternen und kleinen kreativen Boutiquen und Bars. Im Sommer ist der Kiez lebendig und immer wach; bunte Girlanden werden zwischen den Häusern gespannt und das Nachtleben tobt. Sobald es kalt wird, verkriechen sich die Nachteulen und es wird schon fast gruselig still. Vermutlich habt ihr das Viertel schon einige mal gesehen ohne es zu wissen, denn wenn Film und Fernsehen eine Alt-Berliner Kulisse suchen, ist es meist diese. Jeden Samstag findet auf dem Chamissoplatz außerdem ein Öko-Markt mit frischen Produkten aus örtlicher Produktion statt.

Den Wasserfall hoch zum Denkmal

Auf der letzten Station durchs beschauliche Kreuzberg 61 wirds romantisch. Nach einem kurzen Fußmarsch über die Kreuzbergstraße kommen wir zu einem Wasserfall. Ja, Wasserfall, richtig gelesen! Er ist vielleicht nicht der größte, dafür aber einzigartig in Berlin. Von hier aus geht’s hinein in den Viktoriapark – unserer Meinung nach eine der schönsten Parkanlagen der Stadt. Nun ist etwas Muskelkraft in den Beinen gefragt, denn im Park befindet sich der 66 Meter hohe Kreuzberg, die höchste Erhebung der Berliner Innenstadt. Vorbei an Schluchten und Gräbern, begleitet vom Rauschen des Wasserfalls, kommt man schlussendlich am Gipfel an. Dort steht das (zusätzlich) 20 Meter hohe Nationaldenkmal, von dem man einen der schönsten Ausblicke auf die Stadt bekommt. Bei gutem Wetter empfehlen wir dringend, sich auf die Stufen des Denkmals zu setzen und den Tag mit dieser Aussicht, netten Leuten und einem kühlen Getränk ausklingen zu lassen.

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