Willkommen, hoş geldiniz und bienvenida in der internationalsten Straße der Stadt!

Wer sich an den klassischen Sehenswürdigkeiten satt gesehen hat und nun die Einzigartigkeit Berlins erleben möchte, der fährt nach Kreuzberg in die Oranienstraße.

Zwischen dem Görlitzer Bahnhof und dem Moritzplatz reihen sich verschiedene Geschäfte aus allen vorstellbaren Bereichen aneinander. Neben der Kneipe mit Futschi-Preisen von 2€ das Glas, öffnet nun ein neues mexikanisches Diner – besonders beliebt sind die veganen Burritos mit Minze. Die Besucher beider Läden, so nah und doch so fern, sind ohne es zu wissen die Hauptakteure des alltäglichen Films der sich hier abspielt.

Die zwei Gesichter

Als Berlin, und allen voran Kreuzberg, Anfang der 2000er auf den Listen der Reiseziele plötzlich ganz weit oben stand, kam es, wie es immer kommt: Touristen mieten sich Wohnungen und die Stadt durchlebt einen Wandel. Die Randbezirke blieben weitestgehend unberührt, im Gegensatz zu dem, was sich in Kreuzberg abspielte. Straßenzüge wie der Bergmannkiez wurden bis zur Unkenntlichkeit gentrifiziert. Das schicke Kreuzberg 61, spaltete sich vom immer noch rauen 36 ab. Es dauerte einige Jahre bis man sich auch mal hinter das Kotbusser Tor wagte – aber dann mit großen Schritten.

Klar, in der Oranienstraße kommt man mit englisch heutzutage auch schneller zu seinem Kaffee als mit deutsch und kleine Handwerksbetriebe mussten für Szene-Bars schließen. Dennoch hat es die Straße geschafft, ihr altes Gesicht zu wahren und besitzt noch immer ihr ganz eigenes Klima. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Wohnhäuser stehen sich so eng gegenüber, dass die Sonne auf den Dächern ihr Ende findet.

Bars und Restaurants

Am Tage ist der Verkehr auf der Oranienstraße eine Katastrophe, dafür sind die Bürgersteige angenehm leer. Im knallbunten Angry Chicken aßen viele Leute das leckerste Hähnchen ihres Lebens und im Modern Graphics bekommen Comic-Begeisterte wackelige Knie. Trotz aller Internationalität lässt es sich zu authentischer deutscher Küche im rustikalen Max und Moritz nur schwer Nein sagen! Überzuckerungsgefahr droht schon eine Ecke weiter – süß, süßer, Wonder Waffel – das beliebte Café lässt seine Gäste die Waffeln selbst zusammenstellen und bietet dazu frisches Obst und diverse Schoko-Klassiker an.

Zum Abend werden die Bürgersteige noch eine Etage runtergeklappt. Die Straßen füllen sich bis 24 Uhr kontinuierlich und aus den Seitenstraßen strömen Gruppen mit Nachtschwärmern in die Clubs und Bars. Im SO36 wird einmal im Monat zu Musik aus den 70er und 80er Jahren auf Rollschuhen gefeiert. Es gibt Bad Taste Parties oder das monatliche Gayhane, eine Partyreihe für schwule und lesbische Gäste, mit orientalischer Musik und Bauchtanz. In dem traditionsreichen Rock-Club spielten schon Bands wie Dead Kennedys und die Toten Hosen. Zart besaitete machen besser einen Bogen um die Franken Bar. Die anderen erleben hier eine Rockkneipe im alten Stil mit markanten Holztresen und jeder Menge lauter Punkmusik.

Dieser Kiez und sein Nachtleben sind einer der Gründe warum Kreuzberg zu einem der beliebtesten Orte weltweit wurde. Die Oranienstraße schläft zu keiner Sekunde im Jahr und hat eine unvergleichliche Dichte an Möglichkeiten im Angebot. So kann es passieren, dass man trotz der überschaubaren Länge, am Ende des abends vermutlich nicht mal die Hälfte der Straße erlebt hat.

Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg – Ortsteil Kreuzberg
Parkmöglichkeiten: Um einen freien Parkplatz in dieser Gegend zu bekommen braucht es Glück und genügend Ausdauer. Wir empfehlen die öffentlichen Verkehrsmittel oder ein Taxi
WC: Öffentliche Toiletten gibt es am Lausitzer Platz, am Mariannenplatz und am Oranienplatz
Interessante Orte in der Nähe: Görlitzer Park, Arena-Gelände, Engelbecken

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