Berliner Dom am Lustgarten, im Hintergrund der Fernsehturm

 

Die Frage, die sich wohl jeder Berlin-Besucher stellt ist: Wie schaffe ich es bloß, mir alle Sehenswürdigkeiten in dieser Stadt anzuschauen? Insgesamt gibt es 96 Stadtteile in 12 interessanten Bezirken, die sich auch noch alle voneinander unterscheiden. Unzählige Attraktionen tummeln sich in der Stadt – unmöglich, sich alle anzusehen!?

Wir haben für euch eine Tour zusammengestellt, in der ihr in nur 60 Minuten, 60 Sehenswürdigkeiten zu sehen bekommt. Die Route führt euch zu Fuß durch die historische Mitte Berlins, vorbei an den bedeutendsten Bauwerken Deutschlands bis hin zu unbekannten Szene-Spots.

 

Zur besseren Orientierung empfehlen wir die kostenlose Google Maps App (unbezahlte Werbung). Unter den jeweiligen Orten klickt ihr einfach auf „Wie komme ich zum…“, gebt euren aktuellen Standort ein und schon bekommt ihr die kürzeste Route vorgeschlagen.



Alexanderplatz – Fernsehturm – St. Marienkirche – Neptunbrunnen – Rotes Rathaus

Die Tour beginnt am größten innerstädtischen Platz Deutschlands, dem Alexanderplatz, kurz Alex. Mit weit über 360.000 Besuchern täglich zählt er zu den höchst frequentiertesten Plätzen in der Stadt. Das liegt nicht nur an den vielen Shoppingmöglichkeiten, sondern auch an dem Fernsehturm, der hier sein Zuhause hat. Der Turm ist mit 368 Metern das höchste Bauwerk im Land und liefert den besten Blick auf Berlin. Mittelalterlichen Charme versprüht die evangelische St. Marienkirche nur wenige Schritte entfernt. Sie ist die älteste noch sakral genutzte Pfarrkirche in Berlin und ist bereits 1270 entstanden. Direkt vor dem Roten Rathaus befindet sich der Neptunbrunnen, in dem Neptun mit einem Dreizack in der Hand auf einem Thron von vier Frauen getragen wird. Das Rathaus mit den roten Backsteinen ist übrigens der Sitz des regierenden Bürgermeisters.

Nikolaiviertel – Nikolaikirche – Knoblauchhaus – Hanf Museum – Zille Museum –
Museum Ephraim-Palais – St. Georg Denkmal

Als nächstes geht es in Berlins ältestes Wohngebiet, dem Nikolaiviertel, mit idyllischem Altstadt-Charme. Das märchenhafte Dörfchen ist geprägt durch altertümliche Gassen, kleine Boutiquen und Alt-Berliner Wirtshäuser, in denen köstlich gespeist werden kann. Wer sich einmal anschauen möchte, wie es im alten Berlin aussah, ist hier am idealen Ort. Besonders spannend ist außerdem ein Besuch im kostenlosen Museum Knoblauchhaus. Es handelt sich hierbei um ein Bürgerhaus aus dem 18. Jahrhundert mit originalgetreuen Wohnräumen und Möbeln.

Nikolaiviertel
Spree – Marx-Engels-Forum

Auf dem Weg zum nächsten großen Highlight laufen wir am Spreeufer entlang und haben die Möglichkeit an einer Dampferfahrt von der Anlegestelle Nikolaiviertel teilzunehmen. Wir können solche Fahrten nur wärmstens empfehlen, selbst Einheimische erleben ihre Stadt hierbei nochmal von einer ganz anderen Seite. Beliebte Schiffstouren sind unter anderem: Die 2,5-stündige Brückenfahrt mit diversen Highlights, eine Sightseeing-Kreuzfahrt durch die Berliner Innenstadt, die abendliche Schifffahrt auf der Spree im spannenden Lichtermeer oder die romantische Dinnerfahrt mit 3-Gängen und Blick auf die schönsten Sehenswürdigkeiten Berlins.

Spreeblick
Lustgarten – Berliner Dom

Sobald man das Berliner Zentrum der Hauptstadt betritt, sieht man die türkisfarbene Kuppel und das goldene Kreuz am Himmel leuchten: Der Berliner Dom ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt und beeindruckt mit seiner majestätischen Architektur. Direkt vor dem Dom bieten die gepflegten Wiesen des sogenannten Lustgarten eine erholende Pause für die müden Füße der Berlin-Besucher. In unserem Artikel über den Lustgarten, erfahrt ihr alles über die „Suppenschüssel“ und die bewegte Geschichte der Grünanlage.

Berliner Dom am Lustgarten, im Hintergrund der Fernsehturm
Museumsinsel – Altes Museum – Neues Museum – Alte Nationalgalerie – Pergamonmuseum – Bode-Museum – James-Simon-Galerie

Nach nur wenigen Schritten befinden wir uns auf der Museumsinsel, eine der beeindruckendsten Museumskomplexe in ganz Europa. Die knapp 9 Hektar große Insel ist über mehrere Zugänge erreichbar und beherbergt 6 bedeutsame Museen der Kunst- und Kulturgeschichte. So befindet sich zum Beispiel im Neuen Museum die bekannte Büste der Nofretete während man im Pergamonmuseum auf gigantische Nachbauten der Weltgeschichte trifft, wie dem Ishtar-Tor aus Babylon.

Museumsinsel, Bodemuseum, Fernsehturm
Friedrichsbrücke – James-Simon-Park

Nun geht es über die Friedrichsbrücke in Richtung James-Simon-Park. Wir hoffen ihr habt keinen leeren Akku, denn auf ein Foto von der Brücke auf den Berliner Dom solltet ihr nicht verzichten. Dieses Motiv ist ein gern genutzter Klassiker wenn man auf Instagram nach Fotos von Berlin sucht. Da die nächste Station ein weiterer Hochkaräter unter den Sehenswürdigkeiten ist, könntet ihr euch im beliebten James-Simon-Park auf den frei herumstehenden Liegestühlen kurz ausruhen und nochmal einen wunderbaren Blick auf die Museumsinsel genießen.

Hackescher Markt – Hackesche Höfe – Café Cinema – Anne Frank Zentrum

Der Hackesche Markt ist ein kreatives „Shopping-Kunst-Gastronomie und Nachtleben-Zentrum“ in Berlin-Mitte. Das Viertel ist mittlerweile eine beliebte Sehenswürdigkeit und lockt Touristen in Scharen an. Allen voran die Hackeschen Höfe sind der begehrteste Anlaufpunkt für Besucher. Weitere Informationen zum Hackeschen Markt und ob es hier auch tatsächlich einen Markt gibt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Artikel.

Oranienburger Str. – Monbijoupark – Heckmann Höfe – Neue Synagoge – Ebertbrücke mit Blick auf Museumsinsel und Fernsehturm

Weiter geht es die bekannte Oranienburger Straße entlang, auf der es an jeder Ecke etwas zu entdecken gibt. Hier lauft ihr auf einer der ältesten Straßen Berlins, die besonders berüchtigt für ihre Rotlicht-Szene ist. In den Abendstunden kann es immer wieder mal vorkommen, dass ihr von Prostituierten angesprochen werdet, die euch um den Finger wickeln möchten. Wahrscheinlich ist euch die goldglänzende Kuppel schon beim Einbiegen in die Straße aufgefallen; sie gehört zu der Neuen Synagoge, einem der schönsten Bauwerke der Stadt. Das Gebäude wurde bereits 1866 eingeweiht und galt als Mittelpunkt der jüdischen Bevölkerung in Berlin mit großer Bedeutung. Nun biegt ihr links in die Tucholskystraße ein, knipst noch schnell euer wahrscheinlich schönstes Foto auf der Tour von der Ebertbrücke und macht euch bereit für die nächste Sehenswürdigkeit.

Neue Synagoge - Foto von Pavel Nekoranec
Bahnhof Friedrichstraße – Friedrichstraße – Tränenpalast – Admiralspalast

Die Friedrichstraße war einst die beliebteste Amüsiermeile Berlins und ist nun eine Einkaufsstraße mit zahlreichen Nobelgeschäften, wie dem hochwertigen Kaufhaus Galeries Lafayette. Die knapp 3,5 km lange Straße ist ein Paradies für jeden der Spaß am Flanieren und Shoppen hat. Als Besucher teilt man sich die stets gut besuchte Friedrichstraße mit Touristen, gestressten Berlinern und Arbeitern mit ledernen Aktenkoffern aus den angrenzenden Büros – ein Hauch Manhattan. Doch die Straße ist weitaus mehr als Shoppingmeile: Während der Teilung Berlins durchlief die Mauer die Friedrichstraße. Am gleichnamigen Bahnhof Friedrichstraße befand sich der letzte Grenzübergang in Ost-West-Richtung, an dem es täglich zu emotionalen Verabschiedungen kam, weshalb er nur „Tränenpalast“ genannt wurde. Heute befindet sich in der ehemaligen Ausreisehalle die kostenlose Daueraustellung „Alltag der deutschen Teilung“, eine Art Museum, in der man die gesamte Historie der Berliner Mauer auf mehreren Stationen abläuft. Das Highlight ist die originale Abfertigungskabine, in der man noch immer ein bedrücktes Gefühl erlebt.

Maxim Gorki Theater – Die renommierte Humboldt-Universität – Neue Wache – Deutsches Historisches Museum – Reiterstatue Friedrich des Großen – Staatsoper Unter den Linden – Kronprinzenpalais

Nun gibt es gleich 7 Sehenswürdigkeiten mit weltweiter Bekanntheit, die man innerhalb von wenigen Schritten erkunden kann. Falls euch die Namen der Attraktionen nichts sagen, geben wir euch jeweils noch ein paar kurze Informationen: Das Maxim Gorki Theater ist das kleinste und schönste Berliner Stadttheater und wurde bereits zweimal zum Theater des Jahres gewählt. Die renommierte Humboldt-Universität landet regelmäßig unter den Top 5 der besten Universitäten in Deutschland und befindet sich im imposanten Palais des Prinzen Heinrich. Die Neue Wache erinnert an die Opfer des Faschismus und beherbergt die Skulptur „Mutter mit totem Sohn“ von Käthe Kollwitz, ein bedrückendes Mahnmal, das kostenlos zu sehen ist. Im Deutschen Historischen Museum bekommt ihr deutsche Geschichte mit über 8.000 Exponaten und ständig wechselnden Ausstellungen zu sehen. Die Staatsoper Unter den Linden ist Berlins ältestes Opernhaus, das von großen Namen wie Richard Strauss, Felix Mendelssohn Bartholdy oder Wilhelm Furtwängler geprägt wurde. In der einstigen Residenz für Kronprinzen wurde 1990 der Einigungsvertrag zwischen der DDR und BRD besiegelt. Heute finden im Kronprinzenpalais Veranstaltungen und Theateraufführungen statt.

Neue Wache
Bebelplatz – Denkmal zur Bücherverbrennung – St. Hedwigs-Kathedrale

Der Bebelplatz zählt zu den schönsten Plätzen Berlins, doch schaut auf eine dunkle Geschichte zurück: Am 10. Mai 1933 fand hier die geschichtsträchtige Bücherverbrennung statt, bei der nationalsozialistische Studenten die Werke hunderter Schriftsteller, Philosophen und Wissenschaftler ins Feuer warfen. Das beklemmende Denkmal, eine leere, in den Boden eingelassene Bibliothek, erinnert an diesen Tag.

Bebelplatz in Berlin
Gendarmenmarkt – Französischer Dom – Konzerthaus – Deutscher Dom

Der nächste Stopp, ist (so sagt es die Mehrheit) der schönste Platz Berlins: Der Gendarmenmarkt ist ein Pflichtbesuch für jeden Touristen und lockt jährlich über eine Millionen Menschen zu sich. Grund für die Beliebtheit ist ein 3-faches Gebäudeensemble, deren drei Bauwerke allesamt zu den schönsten in der Stadt zählen: Das Konzerthaus, der Französische Dom und der Deutsche Dom. Für mehr Informationen und in welchem Gebäude ihr eine 5-stöckige kostenlose Ausstellung findet, klickt einfach auf den jeweiligen Namen.

Gendarmenmarkt - Konzerthaus, Deutscher Dom
Galeries Lafayette – Promi-Restaurant Borchardt

Zu solch einem edlen Ort, wie dem Gendarmenmarkt, dürfen ebenso edle Geschäfte natürlich nicht fehlen. Direkt vor dem Platz befindet sich das Luxus-Kaufhaus Galeries Lafayette, in dem es ein großes Angebot an hochwertigem Schmuck und Mode zu finden gibt. Außerdem gibt es eine beliebte Gourmet-Abteilung im untersten Geschoss, in dem das Motto gilt „Schlemmen wie Gott in Frankreich“ – na dann!

Galeries Lafayette Paris
Unter den Linden – Luxushotel Adlon Kempinski – Madame Tussauds – Pariser Platz

Jetzt sind es noch knapp 500 Meter zur letzten Sehenswürdigkeit, dem großen Finale. Wir laufen die Straße Unter den Linden entlang, die älteste Flaniermeile Berlins. Der prächtige Boulevard ist der Anlaufpunkt für Menschen aus aller Welt, denn von ihm kommt man zu den wichtigsten Attraktionen. Um Besucher zu unterhalten, fahren regelmäßig Kutschen, Rikschas und Trabbi-Kolonnen durch die Straßen und sorgen für eine wundersame Atmosphäre. Wer jetzt noch schnell ein Selfie mit Angela Merkel, George Clooney oder E.T. haben möchte, der besucht das berühmte Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds, dem einzigen in Deutschland. Wer sich das Schlange stehen sparen möchte, kann sich sein Ticket ganz entspannt vorab online sichern.

Madame Tussauds - Oliver Kahn
Brandenburger Tor

Wir beenden die Tour mit nichts geringerem, als der wichtigsten Sehenswürdigkeit der Stadt: Das Brandenburger Tor ist das Symbol für die deutsche Wiedervereinigung und das Wahrzeichen unserer schönen Stadt. Das einzige noch erhaltene Stadttor Berlins ist ein absoluter Pflichtbesuch und ist deutsche Geschichte zum Anfassen. Mehr Informationen zum Brandenburger Tor und seiner Historie bekommt ihr in unserem ausführlichen Artikel.

Brandenburger Tor bei Nacht

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